Venusdurchgang 8. Juni 2004


An 8. Juni 2004 ereignete sich ein sehr seltenes Himmelsereignis.
Sonne, Venus und die Erde standen auf einer geraden Linie, sodass es sozusagen zu einer Mini-Sonnenfinsternis kam. Ein solcher Vorgang heißt
Venusdurchgang oder Venustransit.

Bei einer normalen Sonnenfinsternis verdunkelt der Mond die Sonne. Da Mond und Sonne am Himmel etwa gleich groß erscheinen, kann der Mond die gesamte Sonne verdecken. Wir nennen dies eine totale Sonnenfinsternis.
Der Mond ist zwar einerseits wesentlich kleiner als die Sonne, er ist aber andererseits der Erde sehr viel näher.
Das sieht bei dem Planeten Venus leider anders aus. Die Venus hat zwar einen Durchmesser von 12102 km und ist damit wesentlich größer als unser Mond, der einen Durchmesser von 3500 km besitzt. Jedoch ist die Venus viel weiter entfernt.
So kann dieser Planet auch nur einen kleinen Bereich der Sonne verdecken. Anders als beim Merkurdurchgang, der sich 2003 ereignet hat, und der sehr gut zu beobachten war,  ist dieser Bereich aber so groß, dass er auch ohne die Vergrößerung eines Fernrohrs gut zu erkennen war. Eine Spezialsonnenbrille, die es z.B. im Finsternisjahr 1999 bei jedem Optiker gab, reichte aus, um den Transit verfolgen zu können.


Den Verlauf der Finsternis zeigt die Abbildung.

Das Himmelsschauspiel begann bereits mit dem 1.Kontakt um 7:20 Uhr (Venus berührte von außen den Sonnenrand) und endete mit dem 4. Kontakt (Venus hat die Sonne passiert und berührte von außen den Sonnenrand) um 13.23Uhr.
Die Venus zog schräg von unten links nach unten rechts über die Sonne.

Venusdurchgänge sind sehr sehr selten.

Außerdem sind nicht alle Durchgänge von jedem Ort der Erde sichtbar. Die Menschen, die sich in Bereichen befinden, die im Dunklen liegen, bei denen also Nacht ist, können dieses Schauspiel natürlich nicht mit verfolgen.

Der vorletzte Durchgang eignete sich am 6. Dezember 1882. So hatte noch kein Mensch, der derzeit auf der Erde lebt, dieses Himmelsschauspiel beobachten konnte. Der nächste Venustransit wird sich bereits am 5. Juni 2012 ereignet, jedoch kann man diesen von Europa aus nicht beobachten. Für Europa findet der nächste sichtbare Venusdurchgang erst am 8. Dezember 2125 statt.

Das Wetter war ausgezeichnet. Der Himmel war klar und wir konnten dieses seltene Schauspiel wunderbar verfolgen.
Die Sternfreunde führten mit den Astronomie-AGs Aktionen auf der Sternwarte durch.

Fabian Schildmann und René Lohmeyer von der Astronomie-AG hielten in der 2. Stunde im PZ vor der versammelten Schülerschaft des Rudolph-Brandes-Gymnasiums einen Vortrag über das Jahrhundertereignis, bei dem verschiedene Medien zum Einsatz kamen. So machte kleine Filme, Musikstücke und Animationen das Thema für alle interessant und verständlich.

Ein Kamera ( Webcam ) nahm wieder die Sonnenprojektion auf . Die Bilder wurden direkt ins Internet weitergeleitet. Mithilfe des neuen Schulnetzes konnte man in allen Computerräumen und in allen Klassenräumen mit einer mobilen Einheit die Life-Bilder der Kamera betrachten.

Selbstverständlich steht diese Bilderreihe auch jetzt noch zur Verfügung. Besonders für diejenigen, die dieses Schauspiel verpasst haben, ist dies eine gute Gelegenheit, sich nachträglich die tollen Bilder anzusehen.
 

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